Wie steht es um unser Trinkwasser?

Staatlicher Schutz unseres Trinkwassers 

Unser Trinkwasser steht unter dem Schutz des Staates. Näheres regelt hierzu die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) in Deutschland. Diese schafft einen einheitlichen Qualitätstandard der jedem ein sauberes und gesundes Trinkwasser sichern soll. 
 
Hierzu bedient sich die Trinkwasserverordnung bestimmter Grenzwerte und regelmäßig vorgeschriebener Kontrollen des aufbereiteten Trinkwassers. Für eine Festlegung von Grenzwerten gibt es kein allgemein vorgeschriebenes Verfahren. Unter anderem werden bei der Grenzwertfestlegung Ansichten, Erkenntnisse, Meinungen und Erfahrungen mit einbezogen. 
 
 

Die Definition von Grenzwert im Brockhaus (19. Auflage, Stichwort „Grenzwert“)
"Das Verfahren der Festlegung von Grenzwerten ist ebenso umstritten wie viele Grenzwerte selbst, da z.B. Wissenschaftler unterschiedliche Einschätzungen der Schädlichkeit bestimmter Schadstoffe haben und Grenzwerte politisch ausgehandelte Kompromisse darstellen zwischen ökologisch und gesundheitlich (toxikologisch)  Gebotenem, technisch Möglichem, finanziell Tragbarem, wirtschaftlich und politisch (auch international) Vertretbarem". 

 

Die sogenannten Grenzwerte sollen Ihnen garantieren, dass Sie Ihr Trinkwasser bedenkenlos konsumieren können. Untersucht werden 55 Parameter, diese beziehen sich nur auf einen Teil der chemischen Zusammensetzung des Trinkwassers. 
 
Viele Stoffe und chemische Verbindungen sind in der Trinkwasserverordnung jedoch nicht erfasst und werden somit auch nicht geprüft.
 
Man geht mittlerweile davon aus, dass sich circa 3000 Stoffe in unserem Trinkwasser befinden, Tendenz steigend. 
 
Grund hierfür sind viele Altlasten aus Kriegszeiten (Munition, Waffen, etc.), die besonders nach dem Krieg in Seen und Flüssen versenkt wurden. 
 
Auch durch Industrie und Landwirtschaft gelangen vermehrt Stoffe in unser Oberflächen- und Grundwasser.  
 
Zudem werden in den letzten Jahren vermehrt, Medikamenten- und Hormonrückstände bei Wasseruntersuchungen von Oberflächen- und Grundwasser sowie in den einzelnen Haushalten im Trinkwasser gefunden.

Zu viel Nitrateinsatz


Zu viel Nitrateinsatz in Deutschland

Zuvor ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Im Dezember 1991 wurde die EU-Nitratrichtlinie beschlossen. Gemäß dieser Richtlinie sind alle Mitgliedstaaten daran gebunden, Gewässerverschmutzungen welche aus dem Nitrateinsatz der Landwirtschaft heraus resultieren, mit geeigneten Maßnahmen zu verringern. Auch Deutschland hatte hierfür unterschrieben.

Deutschland hat ein Nitratproblem, dass ist auch dem EuGH (Europäischen Gerichtshof) aufgefallen. Aus diesem Grund hat der EuGH  in der Vergangenheit vermehrt auf diesen Missstand, einer zu hohen Nitratbelastung im Grundwasser, aufmerksam gemacht und Deutschland abgemahnt. Leider ohne nennenswerten Erfolg, selbst eine rechtskräftige Verurteilung am 21.06.2018, mit in Aussicht stellen von  Strafzahlungen in Höhe von 850.000 Euro pro Tag, konnte bisher keine großen Veränderungen herbeiführen.

Für das Nitrat wurde in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 50 mg/l festgelegt. Leider kann dieser nicht immer eingehalten werden.

Nitrate werden durch Bakterien im Magen-Darm-Trakt zu Nitriten und Nitrosaminen umgewandelt.

Die entstandenen Nitrite können besonders die Gesundheit unserer Babys gefährden.  Das im Körper entstandene Nitrit kann dazu führen, dass die roten Blutkörperchen den lebenswichtigen Sauerstoff nicht mehr richtig zu den Organen und Zellen transportieren können. Diese Blockade ist bei Babys nur bedingt umkehrbar. Hierdurch kann es zur sogenannten Blausucht oder zum Herzstillstand Ihres Babys kommen. 

Daneben reagiert das Nitrit im Magen auch mit lebenswichtigen Nahrungsbestandteilen zu sogenannten Nitrosaminen. Diese gelten laut wissenschaftlichen Untersuchungen als hochgradig krebserregend und sind für Babys wie auch für Erwachsene besonders gefährlich. 

Pestizide und Herbizide im Trinkwasser


Pestizide und Herbizide im Trinkwasser

Unzählige Pestizide und Herbizide wurden während der letzten Jahrzehnte in Deutschland, auf den Äckern und in Gärten eingesetzt. Problematisch ist besonders das Versickern in unser Grundwasser so wie der langsame Abbau und das Anhaften an festen Bodenbestandteilen. Durch den langsamen Abbau haben wir heute noch derartige Stoffe im Grundwasser, welche vor 20 Jahren zuletzt ausgebracht und oftmals im Nachgang aus gesundheitsbedenklichen Gründen verboten wurden. Die Liste der eingesetzten Pestizide und Herbizide ist sehr lang und kann hier nicht in seiner Gänze dargestellt werden. Bei den Herbiziden spielen unter anderem Glyphosat, Benzadon, Bromazil und Amidosulfuron eine Rolle. 

Vermehrt Medikamente im Trinkwasser


Medikamente im Trinkwasser

In Deutschland werden pro Jahr rund 30.000 Tonnen Arzneimittel verkauft. Diese beinhalten nach aktuellen Angaben 2.300 Wirkstoffe. Hiervon werden vom Umweltbundesamt rund 1.200 Wirkstoffe als umweltrelevant eingestuft. 

Grundsätzlich sollten unverbrauchte Medikamente nicht über die Toilette oder den Ausguss heruntergespült werden, da diese in das Grundwasser gelangen können. 

Die Arzneimittel-Wirkstoffe stellen eine Gefahr für alle im Gewässer lebenden Organismen dar. Auch der Mensch könnte von dem Konsum eines Trinkwassers mit Medikamentenrückständen, erheblichen Schaden nehmen. 

Die Gefährlichkeit besteht vor allem darin, dass die Arzneimittel-Wirkstoffe, mobil im Wasserkreislauf unterwegs sind und derzeit schwer abgebaut werden können. 

Weiterhin sind die gesundheitlichen Folgen für den Menschen noch schwer abschätzbar. 

Untersuchungen von Fischen in medikamentenbelasteten Gewässern haben gezeigt, dass es zu krankhaften Organveränderungen und Entgleisungen des Stoffwechsels von verschiedenen Fischarten gekommen ist. Auch konnten Veränderungen im Hormonsystem der Fische festgestellt werden, männliche Fische veränderten sogar ihr Geschlecht. Jungfische zeigten zudem starke Deformationen im Körperbau auf. 

Könnten derartige Veränderungen auch beim Menschen eintreten? Denkbar ist es schon, handfeste Studien gibt jedoch bisher nicht. 

Schwermetalle im Trinkwasser


Mikroplastik im Trinkwasser